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AKTUELL
Gute Nacht Abendland
Rückgabe kolonialer Beutekunst an Nigeria

Von Walter Budziak, 20.12.2022

Als "ein Stück Gerechtigkeit" und "längst überfälligen Schritt" bezeichnet Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die heute vollzogene Rückgabe sogenannter Benin-Bronzen an Nigeria, dem Nachfolgestaat des Königreichs Benin, dessen Palast die britische Kolonialarmee 1897, also vor 125 Jahren, plünderte. Mehrere Tausend Kunstwerke sollen allein von dort nach Europa verfrachtet worden sein. Der Historiker Götz Aly spricht von "blankem Raub". Eine Maske aus Elfenbein aus einem königlichen Schlafgemach, Messing-Plastiken, die Köpfe verstorbener Herrscher abbilden, dazu Schmuckstücke und ein "repräsentatives Schwert" (Tagesschau von heute) hat Baerbock in ihrem Regierungsgepäck.

20 Objekte

Genau 20 Objekte umfasst das Kulturpaket, mit dem Deutschland zeigen wolle, "dass man es ernst meine mit der Aufarbeitung der dunklen Kolonialgeschichte", wie Baerbock vor ihrer Abreise staatstragend prahlte. Die mitreisende Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) assistierte: "Wir geben heute Nigeria, den Menschen in diesem Land, ihr kulturelles Erbe zurück und wir beschäftigen uns damit und setzen uns damit auseinander mit unserer eigenen kolonialen Geschichte" (Tagesschau,18.12.2022), posaunte Roth, mit dem eigenen kulturellen Erbe deutsche Sprache offenbar noch nicht so richtig vertraut.

Von deutschen Museen aufgekauft

Die Rückgabe an die nigerianische Regierung erfolgt im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. In Benin-City im Südwesten Nigerias, dem Tatort des kolonialen Kunstraubs, soll mit deutscher Unterstützung eine Ausstellungshalle gebaut werden. "Wir heilen damit eine Wunde", so Baerbock bei der Unterzeichnung des Rückgabeabkommens am 1.7.2022 in Berlin. Nanette Snoep, Leiterin des Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, schätze, "dass etwa 70 Prozent des afrikanischen Kulturerbes in europäischen und nordamerikanischen Museen liegen", berichtet Markus Sambale vom ARD-Hauptstadtstudio in der Online-Ausgabe des Nachrichtenportals. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und für das Berliner Humboldt Forum verantwortlich, spreche von einem "Modellfall" und rechne mit einer neuen Zusammenarbeit mit Nigeria und mit dem globalen Süden. So sollen weitere 70 Prozent der Kunstschätze aus Benin, die sich, von deutschen Museen aufgekauft, noch im hiesigen Besitz befinden, ebenfalls an ihren Entstehungsort zurückgegeben werden. Die restlichen dürfen als Leihgaben hier bleiben

Immer die gleichen Bilder

Sachsen (262 Objekte), Hamburg (179 Objekte) und Museen anderer Bundesländer schließen sich an und sichern Nigeria die Rückgabe von Benin-Bronzen vertraglich zu. Vermutlich werden also noch oft immer die gleichen Bilder den Fernsehzuschauern präsentiert werden: demütig dankbar strahlende afrikanische Minister oder Botschafter neben gönnerhaft gütig lächelnden weißwestlichen Baerbocks und Roths, eine Vertragsmappe oder irgendeine Bronzebüste irgendeines afrikanischen Potentaten gemeinsam in ihren Händen haltend der Kamera entgegen streckend.

Es gehe hier ums Symbolische, sagt Jürgen Zimmerer von der Universität Hamburg, nicht um den "großen Durchbruch bei der Aufarbeitung des kolonialen Erbes". Die Auseinandersetzung mit Museen und kolonialen Objekten mache nur einen kleinen Teil des kolonialen Erbes aus. Vielmehr gehe es auch um strukturelle Gewalt, um Ausbeutung wie den Genozid während und nach der Niederschlagung von Aufständen der Herero und Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika 1904 bis 1908 (Tagesschau, 18.12.2022, Wikipedia).

Bis in die heutige Zeit

Dem pflichtet der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sicherlich bei, wenn er gestern im niederländischen Nationalarchiv in Den Haag die Rolle der Niederlande bei der Sklaverei verurteilt. Männer, Frauen und Kinder seien ihren Familien entrissen und ihrer Menschlichkeit beraubt worden, als niederländische Sklavenhändler im 16. und 17. Jahrhundert mehr als eine halbe Million Menschen aus Afrika nach Südamerika und in die Karibik gewaltsam verschiffen ließen. Er biete im Namen der niederländischen Regierung seine Entschuldigung an, sagte Rutte vor versammelten Nachfahren ehemals Versklavter, bedauerte das Handeln des niederländischen Staates in der Vergangenheit und richtete seine Entschuldigung "posthum an alle, die weltweit zu Sklaven gemacht wurden, und auch an alle Töchter und Söhne, an alle Nachkommen bis in die heutige Zeit" (Tagesschau, 19.12.2022).

Die Baerbocks, Roths und Ruttes dieser Welt

Damit wollen sich die Angesprochenen jedoch nicht abfinden lassen. Sie fordern für die Verbrechen, die bis ins 19. Jahrhundert verübt worden seien und die Niederlande zu einem der reichsten Länder Europas gemacht hätten, "Entschädigungszahlungen und Schuldenerlass für die damaligen Kolonien". Die "Community der Nachfahren" fühle sich nicht mit einbezogen, bemängelt die in den USA aufgewachsene, heute in Amsterdam lebende Kulturhistorikerin Jennifer Tosch, 58, Tochter surinamischer Eltern (Tagesschau, 19.12.2022). Darauf will Rutte sich aber nicht einlassen. Noch nicht. So schnell werden die Betroffenen und zu Wiedergutmachungsforderungen Ermutigten vermutlich nicht lockerlassen.

Die Tiefe und Dimensionen des Fasses, das die Baerbocks, Roths und Ruttes dieser Welt innerhalb weniger Monate damit aufgemacht haben, dürfte kaum jemand erahnen, geschweige denn ermessen. Was fällt, materiell und humanitär, alles unter Verbrechen der Vergangenheit? Wie weit soll die Verantwortung heutiger Generationen für die Taten ihrer Vorfahren zurückreichen? Bis ins Mittelalter? Bis in die Antike? Welche Maßstäbe gelten bei der Bemessung sühnender Wiedergutmachung? Die damalige Wirtschaftsleistung? Der heutige Dollarkurs? Werden technische oder kulturelle Errungenschaften, die Eroberte von ihren Eroberern übernommen haben, gegengerechnet? Eisenbahnlinien, Post- und Telegrafenwesen, Schulen, Krankenhäuser? Kirchen und Missionsstationen fallen wahrscheinlich pekuniär kaum ins Gewicht, wenn die Nachfahren der Christen den Nachfahren der Heiden deren alte Götter zurückgeben müssen.

Sündenberg abarbeiten

In der Haut der Fridays-ohne-Future-Aktivisten möchte man jedenfalls jetzt erst recht nicht mehr stecken, wenn sie in dem Workanteil von ihrer Lifebalance erstmal den Sündenberg abarbeiten müssen, den ihre Vorfahren aufgehäuft haben, bevor sie sich wertebasiert und gendergerecht der Umwelt-, Klima- und weltweiten Friedenskrise annehmen können. Nachdem sie die aktuellen Anstiege der Rohstoff-, Energie-, Produktions-, Nahrungsmittel-, Boden-, Wohn-, Gesundheits- und Altersvorsorgekosten bewältigt haben. Gute Nacht weißer Westen, gute Nacht Abendland.

Alles in Jahrhunderten Ersegelte, Erarbeitete, Erkämpfte wird rückabgewickelt. Die Nachfahren aller weißen Einwanderer geben den Nachfahren der Indianer, der Aborigines, der Maya nicht nur Australien, Neuseeland und ganz Amerika von Kanada bis Feuerland zurück, sie erstatten den Nachfahren der Ureinwohner auch die Gewinne, die sie mit den Bodenschätzen, Öl- und Gasvorkommen in deren Heimatländern jahrhundertelang gemacht haben.

(...)


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